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Das Komaromer Festungssystem
Die gnstige geographische Lage der Stadt Komarom weckte schon vor mehreren Jahrhunderten die Interessen, und deshalb bildete sich das Herzstck der Siedlung verhltnismig frh.
Die Siedlung am Ufer der Donau ist die Stelle, wo die Gebiete Csallkz, Dunntl und Mtyusfld (die Gebiete zwischen der Donau und dem Fluss Waag) anliegen und als wichtiger bergang am Donau-Waag-Zusammenfluss von strategischer Bedeutung sind. Diese Tatsache trug dazu bei, dass die Siedlung in der Geschichte eine sehr wichtige wirtschaftliche und militrische Rolle spielte.
Nach archologischen Funden lebten die Kelten im Gebiet Szny (ein Teil der heutigen Stadt Komarom). Spter, im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, baute man auf der Stelle der alten keltischen Siedlung eine Festung, die in Pannonien (der damaligen rmischen Provinz) unter dem Namen Brigetio bekannt war.
In der Festung Brigetio mit ihren mchtigen steinernen Mauern - konnte auch eine Legion mit 4000 - 6000 Mnnern postieren.
Bei den archologischen Funden wurden auch Spuren einer militrischen Stadt, eines Wartturms und kleinerer Festungen in der Nhe von Brigetio entdeckt.
Gegenber der Festung Brigetio am linken Ufer der Donau - wurde auch eine echte Festung Celamantia genannt - gebaut.
Nach dem Fall des rmischen Reiches waren die Awaren die bedeutendsten Bewohner des Gebiets. Nach der Landnahme gab der Fhrer rpd - einem Anonymus zufolge das Gebiet dem Ketel, der hier eine Burg aufbaute.
In der Zeit von Bla IV. nach der Besetzung von Tataren wurde eine steinerne Burg gebaut, spter im XV. Jahrhundert, unter der Regierung von Mtys Hunyadi wurden in der Stadt Komarom echte Palste und groartige Gebude gebaut. Mtys fand unter den Mauern den Standort fr einen wesentlichen Teil seiner Donauflotte.
Die Stadt Komarom war ein wirtschaftlicher und militrischer Knotenpunkt sowohl auf dem Festland, als auch auf dem Wasser.
Nach der Eroberung der Stadt Buda durch die Trken im Jahr 1541 befahl Ferdinand I. die Befestigung der Burg im Komarom an. Die Plne der so genannten Alten Burg erarbeitete der Italiener Pietro Ferabosco nach den Prinzipien der modernen Architektur.
Die gebaute Burg zhlte als eine serise Festung zum antitrkischen Burgsystem. Die Burg wurde durch bewhrte Militrkrfte wie Infanterie und Kavallerie, von der Seite durch die Artillerie und vom Fluss durch die Schiffe geschtzt.
Eine groe Probe kam fr die alte Burg im Jahr 1594. Nach der Eroberung von Tata und Gyr zog der Fhrer Sinan mit seiner Armee gegen Komarom. Dank der heldenhaften Verteidigung der Festung wurde die trkische Armee besiegt.
Die Stadt wurde neu gebaut, obwohl sie whrend der Belagerung bis auf den Grund niedergebrannt wurde.
Der beim Hof ttige Militrrat veranlasste im Jahr 1663 den Aufbau einer neuen Festung. Die neue Festung - die so genannte Neue Burg entstand unter Bercksichtigung der neuesten italienischen und franzsischen Festungsaufbaukenntnissen. Der Gebudekomplex wurde im Jahr 1673 fertig gebaut. Gleichzeitig mit dem Festungsbau wurden auch die Brckenkpfe Festungen am Fluss Waag und am linken Ufer der Donau wieder aufgebaut und verstrkt. So war der strategisch wichtige Ort durch fnf Befestigungselemente und einen Festungskomplex geschtzt. In der Zeit der trkischen Vorherrschaft verlor das Festungssystem an seiner Bedeutung, und die Stadt nutzte die Gelegenheit aus, um sich zu erweitern.
Anfang des XVIII. Jahrhunderts wurde Komarom, was die Bevlkerungsanzahl betrifft, zur fnften Stadt des Landes.
Das Erdbeben im Jahr 1763 zerstrte die ganze blhende Stadt.
Anfang des XIX. Jahrhunderts, whrend der Napoleon-Kriege, betraf ein Schlag auch Wien und der kaiserliche Hof musste im Jahr 1809 flchten.
Der Kaiser und Knig Franz I. fand im befestigten Komarom sein Asyl.
Im Juli 1809 beschloss der Monarch, im Komarom das grte Festungssystem des Landes aufbauen zu lassen, das in der Lage wre, eine Armee mit 200 000 Mnnern zu beherbergen. Nach der Entscheidung des Monarchen arbeitete der Generalmajor Dedovich die Plne aus. Der Generalmajor Dedovich war auch Verwalter von Monostor.
Den ersten Teil des Planes erstellte eine Ingenieurgruppe unter der Fhrung von Marquis Chasteler.
Zuerst sollten die Festungen und Brckenkpfe befestigt werden. Diese Arbeit fhrte auch der Marquis Chasteler. Nach den Plnen sollte das Festungssystem am rechten Ufer der Donau erweitert werden. Zur bestehenden rechten Brckenkopffestung der Sternfestung (Csillagerd) sollten zwei selbstndige Elemente gebaut werden. Deswegen musste die Staatskammer neue Grundstcke an diesem Ufer in der Umgebung von Monostor, Sandberg und auf dem Wege zum Nagyigmnd kaufen. Eines der Grundstcke war das Eigentum von Zichy, und nach der Vereinbarung mit der Familie (1817) erwarb die Staatskasse die Grundstcke.
Grundri des Komaromer Festungssystems vom Ende des 19. Jahrhunderts
Die Generalreparatur der Alten Burg dauerte von dem Jahr 1827 bis zum Jahr 1839. Seitdem wurde die meiste Energie fr die Nador-Linie aufgewendet (die Linie zwischen der Donau und dem Fluss Waag, die die Neue und Alte Burg durch eine steinerne Mauer und Basteien verband).
Nach den Plnen der Nador-Linie wurden fnf Basteien verstrkt und miteinander verbunden. Dieses selbststndige Bollwerk wurde mit einem gemauerten Graben geschtzt. Das Schartensystem der Verteidigung war so gestaltet, dass die Geschtzstnde der Artillerie und die Schiescharten von Futruppen den Schutz der Festung von mehreren Seiten sichern konnten.
Mit dem Bau der Basteien wurde von der Kleinen Donau begonnen, mit der Festung Nr. I, die im Jahr 1844 fertig war. Hier wurde die Nador-Linie mit dem Pressburger Tor als dem Ost-West-Durchgang gebaut. Die anderen drei Elemente der Schutzlinie wurden bis 1847 gefertigt, aber das fnfte konnte wegen der Revolution und des Freiheitskrieges in den Jahren 1848-49 nicht beendet werden.
In der Zeit der Revolution in Budapest war der Generalleutnant Friedrich Metz Kommandant der Festungen, ihm folgte im September der Oberstleutnant Majthnyi Istvn. Er begann sofort mit Grundarbeiten und organisierte auch die Schtzenarmee. Der Schutz des Festungssystems forderte nach dem Plan aus dem Jahre 1826 14 000 Infanteristen, 1800 Kanoniere, und 12 000 Reiter und 400 Schtzen.
Weil sich die militrische Lage whrend des Freiheitskrieges nderte, bereiteten sich ca. 12000 Mnner Ende 1848 in Komarom auf die Belagerung vor, die im Mrz 1849 begann.
Die Geschtze der angreifenden sterreichischen Armee unter der Fhrung von Generalleutnant Balthasar Simunich begannen am 20 Mrz mit der Beschieung der Stadt.
Simunich postierte die Artillerie zwischen die heutigen Festungen Monostor und Szny. Die Bombardierung sollte die Bevlkerung und die Verteidigung vernichten, deshalb wurden nur kleine Schden an den Festungen angerichtet, aber sehr groe an Wohngebuden. Die Verteidiger schtzten die Festungen trotz mehrerer Versuche erfolgreich.
Den Anbruch der Belagerung hatten die Erfolge der Hauptarmee im Frhling ermglicht. Der ungarischen Hauptarmee gelang es, die sterreichischen Truppen in Richtung Gyr zu vertreiben, so dass sie das rechte Donauufer beherrschen konnte und dort mit dem Bau der Festungen beginnen konnte.
Der neue Kommandant Klapka Gyrgy nahm am 28 Mai den Bau einer Festung mit Kasematten am Sandberg auf.
Whrend der Bauarbeiten wurde der Turm in Richtung cs erbaut. Ursprnglich sollte es ein fr 1000 Personen geeignetes Gebude mit vier Ecktrmen sein. Alle anderen Richtungen wurden mit Schanzen gesichert. Die Geschtze in den Schanzen konnten die Nador-Linie berschieen, und den Weg vom Wien und von der Donau sperren.
Um den Weg zu schtzen, fhrte man zwei Schutzwalle, bzw. den Schutzwall von Igmnd her auf. In diesem Raum kmpften die ungarische und sterreichische Armee im Juli zweimal ohne Erfolg. Dann wurden die ungarischen Krfte zum Fluss Tisza abkommandiert, wo sich Klapka mit seiner Armee von 18 200 Mnnern und mehr als 300 Geschtzen zum Schutz der Festung und der Stadt vorbereitete. Gegen sterreichische Krfte (12 000 Personen und 75 Geschtze) fhrte Klapka mehrere Schlachten. Bei einem Sturm kam er mit einer groen Beute bis zur Pressburg, bzw. Gyr.
Nach der entscheidenden Niederlage der ungarischen Armee und dem Zusammensto in Vilgos wurden Klapka und die Stadt Komarom isoliert, weil das Festungssystem durch die sterreichischen und russischen Truppen abgeschlossen wurde. Schlielich, nach langen Gesprchen, unterschrieb Klapka im September 1849 ein Kapitulationsdokument. Die blhende Stadt Komarom wurde in Freiheitskmpfen praktisch vernichtet. Die Einwohnerzahl (20 000) sank fast auf die Hlfte. Die meisten Kirchen, Schulen, Allgemeingebude und Wohnhuser fielen durch die Bombardierung anheim. Nach dem Freiheitskrieg wurde das Festungssystem weiter gebaut. Bei der Planung benutzten die Erbauer die bei der Belagerung erworbenen Erfahrungen. Zum Kommandanten des Festungssystems wurde der Generalleutnant Simunich, der im Mrz 1849 mit seiner Armee die Stadt Komarom einschloss und beschoss.
Die Umlagerung der Burg bewies, dass eine Festung am rechten Ufer der Donau erforderlich ist, die der Artillerie des Gegners entgegentreten konnte und den ununterbrochenen bergang durch den Fluss sichern sollte.
Grundri des Komaromer Festungssystems vom Ende des 19. Jahrhundert
In der Mitte des XIX. Jahrhunderts wurden in Europa mehrere solche Festungen gebaut, die wir zum Grtelburgsystem zhlen knnen. Die Aufgabe der Grtelburg, oder anders gesagt, der Grtelfestung beruht darin, die Artillerie des Gegners von der Innenverteidigung zurckzuhalten. Der Radius der Festung hing vom Schussbereich der Artillerie ab. Manchmal bestand eine Festung aus mehreren konzentrischen Kreisen - Grteln. Diese Festungen konnten auch auf 3000 Schritten vom Zentrum entfernt sein. Der erste Festungsgrtel, mit vorgeschobenen Batteriepositionen verstrkt, zwang die Artillerie des Gegners zum Zerfall.
Die Festungselemente mit starker Artillerie waren miteinander im Feuerkontakt. Zwei anliegende starke Festungen konnten mit ihren Geschtzen das Vorfeld unter Feuer halten, und so dem Gegner widerstehen. In gleicher Weise wurde auch das System in Komarom gebildet. Neben der schon bestehenden Festung "Stern" wollte man nach diesen Plnen noch die Festungen Sandberg und Igmnd am rechten Ufer der Donau aufbauen. Diese sollten durch eine Mauer verbunden werden. An der Waag-/Donauseite wollte man eine Festungslinie und gegenber der Alten Burg einen neuen Brckenkopf errichten. Am wichtigsten sollte die Festung von Monostor am Sandberg sein (das grte Glied des Grtelsystems). |